Shincheonji
Faktencheck
Artikel 18 UDHR

Der Kampf um Religionsfreiheit

"Jeder hat das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit."
Eine Dokumentation der systemischen Diskriminierung von Shincheonji und der internationale Kampf um Anerkennung.

Der Test für Religionsfreiheit ist nicht, wie wir diejenigen behandeln, die wir mögen, sondern wie wir diejenigen behandeln, deren Überzeugungen wir zutiefst ablehnen.

— International Human Rights Standard

Südkorea

Sündenbock-Politik & Zwangskonvertierung

Südkorea ist ein modernes Land, doch im religiösen Sektor dominiert das konservative presbyterianische Christian Council of Korea (CCK), die großen politischen Einfluss ausüben. Neue religiöse Bewegungen werden oft systematisch bekämpft.

Begriff: Coercive Conversion

Auch bekannt als "Deprogrammierung". Angehörige werden (oft durch Pastoren instruiert) entführt und eingesperrt, um ihren Glauben aufzugeben. Davon gab es laut der Human Rights Without Frontiers (HRWF) über 2.000 Fälle. Mindestens zwei Shincheonji-Mitglieder starben im Kontext solcher Maßnahmen.
Quelle: HRWF-Bericht (2020)

Die COVID-19 Hexenjagd (2020)

Als im Februar 2020 der "Patient 31" (ein Mitglied) unwissentlich das Virus verbreitete, startete eine landesweite Kampagne gegen die Kirche.

  • Regierungsbehörden durchsuchten Kirchenbüros, um Mitgliederlisten zu beschlagnahmen (obwohl diese kooperierten).
  • Mitglieder verloren Arbeitsplätze allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Shincheonji.
  • Der Vorsitzende Lee Man-Hee wurde in Handschellen abgeführt und des "Mordes" angeklagt.
Juristische Rehabilitation (2022) Der Oberste Gerichtshof sprach den Vorsitzenden vom Vorwurf des Verstoßes gegen das Seuchenschutzgesetz frei. Es wurde bestätigt, dass die Behörden ihre Kompetenzen überschritten hatten.

Administrative Verfolgung

Neben strafrechtlichen Maßnahmen werden Verwaltungswege genutzt, um die Religionsausübung zu behindern.

Steuerfahndung: Massive Sonderprüfungen, um finanzielle Unregelmäßigkeiten zu konstruieren (meist ergebnislos).
Entzug der Gemeinnützigkeit: Versuch der Stadt Seoul, die NGO-Registrierung von HWPL zu löschen (gerichtlich gestoppt).
Deutschland & Europa

Strukturelle Diskriminierung im Westen

In Europa gibt es keine Zwangskonvertierung, doch die Diskriminierung erfolgt subtiler ("White Collar Persecution").

  • Kündigung von Mietverträgen

    Hotels und Stadthallen kündigen oft kurzfristig Verträge für Abschlussfeiern, sobald "Sektenbeauftragte" intervenieren.

  • Öffentliche Stigmatisierung

    Medien übernehmen oft ungeprüft die Narrative südkoreanischer Lobbygruppen. Mitglieder trauen sich oft nicht, ihren Glauben am Arbeitsplatz offen zu legen.

Einordnung durch Experten

"Wir beobachten in Europa eine gefährliche Tendenz, Minderheitenreligionen durch administrative Maßnahmen aus dem öffentlichen Raum zu drängen, oft basierend auf einseitigen Informationen von 'Sekteninfo'-Stellen, die nicht neutral sind."

Massimo Introvigne Soziologe & Gründer von CESNUR

Der Weg zur UN

Aufgrund der systematischen Verfolgung haben internationale NGOs den Fall Shincheonji vor den UN-Menschenrechtsrat gebracht.

US State Department

Religious Freedom Report

Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit erwähnte explizit die Schikanierung von Shincheonji während der Pandemie als Besorgnis erregend.

CAP-LC

NGO mit UN-Beraterstatus

Reichte mehrere schriftliche Erklärungen beim UN-Menschenrechtsrat ein, die die Zwangskonvertierung in Südkorea verurteilten.

Open Letter

15 Internationale NGOs

Unterzeichneten einen offenen Brief an den südkoreanischen Präsidenten mit der Aufforderung, die Sündenbock-Politik zu beenden.